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birdman – vernissage

Bei dem piept´s wohl! Doch niemand zeigt Birdman den Vogel (eine Geste von einst, als man noch glaubte, im Körper von Irren hätten sich Vögel eingenistet). Man, insbesondere der einleitend sprechende Kunsthistoriker Peter Winkler, zollt dem Vogelmann, bürgerlich Hans Langner, Respekt als “federführendem Künstler” einer “beflügelnden Ausstellung”.

Die Galerie in der Empfangshalle der Landesbank ehrt den 45 Jahre alten Tölzer mit seiner ersten, 179 Werke umfassenden Schau “Birdman – ein Künstlerleben”. Weithin beliebt gemacht hat sich Langner, als er vor ein paar Jahren, ohne die Oberlandler-Bauern zu fragen, Silo-Ballen auf den Äckern mit bunten Vögeln bepinselte. Ein fröhlicher Piepmatz in Zeiten der Pleitegeier – wer den nicht mag, der würde auch Kindern am Weltspartag die Luftballons wegnehmen.

Doch Langner lässt sich nicht als Sympathieträger einspannen. Mit dem Einsperren hat er Probleme. Bei einer Performance schlug er einmal einen goldenen Bambuskäfig zu Bruch. Ein Zuschauer fragte enttäuscht, warum er denn den schönen Käfig zerstört habe. “Es gibt keine schönen Käfige”, antwortete Langner.

Sechs Vogelbauer hat er imSchaufenster der Bank zu seiner “Freiheitsstatue 2009″ aufgetürmt – ihre türchen sind offen. So simpel seine Werke auch erscheinen, Langner pfercht Gedanken dazu nicht ein wie Wellensittiche, er lässt sie fliegen. Wenn er sich also später an die Vernissagegäste heranschleicht- verborgen in einem Kostüm mit Geschwülsten aus Köpfen und Leibern von Münchner-Kindl-Puppen – und plötzlich grotesk ausruft: “Art i fun. Art is funny. Hihihihi”, dann lässt er offen, ob er für eine lustig kunst plädiert oder ob er sich über den Kunstbetrieb lustig macht.”

Textquelle: Michael Zirnstein, Süddeutsche Zeitung, 17./18. Oktober 2009, Münchner Kultur, Auszug aus dem Artikel ” Freiheit für alle Käfigbewohner”

13. November 2009

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