Nachdem ich in Mailand gelebt habe, ist mir der Lago Maggiore, das Wochenendausflugsziel der Mailänder, natürlich sehr nahe. Die Deutschen fahren an den Gardasee, die Italiener an den Lago Maggiore?
Auf jeden Fall ein sehr italienischer See. Mit der Isola Bella und weiteren zwei Inseln, die man mit dem Taxiboot erreichen kann. Unser Kapitän war dann auch sehr klassisch italienisch vom Typ her und schipperte uns - sehr romantisch - des Abends auf die kleinste der Inseln zum Abendessen.
Unser Hotel hatten wir in Stresa, mit seinen prunkvollen Hotels der Jahrhundertwende und einer wunderbaren Promenade zum Flanieren. Zu empfehlen, wenn auch weniger prunkvoll, die Osteria della Piazetta in einer Seitenstrasse der Promenade. Hier bekommt man einen gutbürgerlichen italienischen Mittagstisch. Einfach, aber sehr lecker. Ich persönlich bin ein Fan von Osterien. Sie sind einfach sehr unkompliziert und oft kocht hier noch die Mama! Italienisch eben, so wie mans gerne mag.
Ein verlängertes Wochenende an den Lago Maggiore ist also auf jeden Fall lohnenswert. Am besten im Frühjahr oder Herbst, dann ist weniger los. Nutzen Sie die Wassertaxis, das macht richtig Spaß.
19. Juni 2007
Ich gehöre zu den Menschen, die eigentlich Fußball immer für eine eher fragwürdige Sache hielten: Was soll daran toll sein, wenn 10 Männer einem Ball hinterher rennen, ein 11ter ein Tor bewacht und eine gleich große Gruppe, mit einem weiteren Mann der ein Tor bewacht, genau das Gleiche tut… Und eben dieses Spiel solle Nationen bewegen? Feinde versöhnen? Sich über politische Gegensätze hinwegsetzen? Kaum zu glauben.
Und dann zog ich nach Italien.
Tja, was soll ich sagen: Italien hat aus mir eine Fußballguckerin gemacht, die bei der WM fiebernd auf große Leinwände starrt. Die heißen italienischen Sommerabende, an denen es von der Wärme her keinen Unterschied machte, ob man drinnen oder draußen war und wo man sich traf unter Freunden, plaudern und fußballguckend, möchte ich nicht missen in meinem Leben und sie fehlen mir. Inzwischen weiß ich auch, dass Pelé kein brasilianischer Schlagersänger ist und Ronaldinho keine Figur aus dem neuesten Krieg der Sterne ist (auch wenn es hier Ähnlichkeiten gibt…).
In Italien ist jeder ein Fußballfan und hat einen bevorzugten Club. Hier stellt sich weniger die Frage nach der politischen Meinung, sondern vielmehr ob man zum Beispiel Milanista oder Interista ist. Das ist eine Frage der inneren Haltung, wenn nicht gar eine grundsätzliche Frage der Lebenseinstellung.
So ist in Italien der Fußball auch die weitaus wichtigste Sportart und die italienische Nationalmannschaft zählt zu einer der erfolgreichsten der Welt. Baggio, Maldini, Totti, di Bagio, Cannavaro, del Piero – um nur einige Spieler zu nennen, die uns durch die WM geläufig wurden.
Ihren Namen „Squadra Azzurra“ - Blaue Mannschaft - verdankt sie ihren blauen Trikots. Historisch geht dies auf die Nationalfarben des Königreichs Piemont-Savoyen zurück. Der Geschichte der ruhmreichen Squadra Azzurra kann man im „Museo del Calcio“ in Coverciano, nahe Florenz, huldigen: Rare Gegenstände, Originaltrikots, Fotografien und Filmausschnitte zeugen von der über hundertjährigen Geschichte des Verbands. Weitere Informationen dazu: http://www.museodelcalcio.it (derzeit nur in italienischer Sprache, aber trotzdem lohnenswert).
Beigefügte Bilder sind meine Impressionen eines Nachmittags auf einem Fußballfeld …
Viel Spaß damit!
2. Juni 2007
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